Tsunamiflossen

Tsunamiflossen

Der Mensch ist wohl das gemeinste Tier auf dieser Erde. Das mussten auch die kleinen Fische erfahren.

Immer zu entsorgten die Menschen ihren Unrat im Fluss, nicht weit entfernt ihrer Stadt. Die kleinen Fische vermochten es kaum noch, ihre wunderbare Unterwasserwelt zu sehen. Da beschloss der König des Fischschwarms zu den Menschen zu gehen und sie zu bitten mehr acht auf die Fische zu geben. So schwamm der König an das nächste Ufer und rief einen Fischer an. Verehrter Fischer, so höret mich an, wenn ihr noch länger fischen wollt und eure Familien ernähren, dann gebt acht auf uns und werft nicht alles Unnütze zu uns hinab – geht und tragt die Botschaft in die eure Stadt. Doch der Fischer lachte nur, schwang seine Rute und warf sie aus um Fisch für den Abend zu fangen. Erbost biss der König an den Haken, lies sich fangen und stellte sich tot. Zu Hause angekommen zeigte der Fischer seiner Familie den prächtigen Fang, doch eben dieser keuchte sogleich los. Rettet euch und uns, gebt acht auf uns und fügt uns nimmer Leid und Elend zu, wir geben euch schon unsere Schwächsten an die Angel, so verschont bloß den Rest. Doch auch die Familie lachte und brachte den Fisch um. Als auch am nächsten Morgen der König nicht wiederkehrte, wussten die kleinen Fische wie es um ihren König stand. Hunderte Fische sammelten sich vor der dem Ufer und schlugen mit Ihren Flossen so kräftig, das dass Wasser zu beben begann. Doch noch immer Verstand das Dorf nicht und alle Fischer eilten zum Ufer, um zu angeln. Da drehten sich die Fische um, mit der Schwanzflosse zum Ufer und bewegten jene noch schneller, bis ein Tsunami sich auftürmte und das Dorf unter sich begrub. Nun schwammen alle mit den Fischen im selben Unrat und ertranken elendig an ihrem eigenen Hab und Gut.

Wer nicht auf die Kleinen hört und stets im Hochmut lebt, der wird tief fallen und eines besseren belehrt.

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