Autor: ginodola

Sturm der Schmetterlinge

Sturm der Schmetterlinge

Keiner der beiden, wusste um den anderen.
Immer in den neuen Tag hinein, flogen beide froh des Lebens, ihres Weges.
Doch einst trafen sich die Herzen.
Ihre Flügel strichen sanft einander.
Zusammen ist die Wiese größer, der Himmel blauer, schmeckt der Nektar süßer.
Doch im gemachten Nest, gewiss gefiel es beiden, war kein Platz.
Die Flügel rieben aneinander, raubten mal dem einen, mal dem anderen die Sicht.
Ein jeder Tag schuf neue Gitterstäbe, in dem Käfig den sie gar ihr eigen nannten.
Sie schlugen immer wilder mit den Flügeln.
Immer in der Hoffnung zu entkommen.
Doch mit weit gespreizten Flügeln, vermochte es keiner der beiden, zwischen zwei Stäben hindurch zu fliegen.
So schlugen sie immer wilder mit den Flügeln.
Bis letztendlich einer nicht mehr konnte; nachgab.
Die Flügel reglos, müde; fiel er durch die Gitterstäbe.
Im Käfig lebend, tobten einsam weiter die zwei Flügel.
Der andere erschöpft, des Lebens nicht mehr froh, lag er am Boden.
Unbemerkt vom Sturm der aus dem Käfig drang.
Die Flügel wund, zerschunden.
Dabei hätte stillstand so viel mehr erreichen können.
Die Flügel mit dem Wind zu schlagen, nicht gegen ihn.
Gemeinsam fliegen in die selbe Richtung.

Symphonie

Symphonie

Die Nacht zaubert ein Lichtermeer.
An den sonst so finsteren Himmel.
Erst das Licht, dann folgt der Ton.
Farben malen Gefühle in mir aus.
Kleine Tränen wollen mir entweichen.
Doch der eisige Wind friert sie fest.
Blaugrünes Licht schimmert in ihnen.
Ein Flammenmeer brennt alles nieder.
Glänzende Funken regnen herab.
Ohrennetäubender Lärm hallt durch die Zeit.
Die ich für Minuten gebannt anhalte.
Alles um mich herum vergesse.
Und in die Galaxie über meinem Kopf eintauche.
Wieder ein Bild, wieder eine Farbe.
Rotblauer Regen fällt den Himmel hinauf.
Ich sehen kleine Funkenkugeln.
Sie schnelle an den Farben vorbei.
Ein monotoner Knall, ein rauschen.
Das Himmelszelt es leuchtet, funkelt.
In einer Symphonie aus Rauch.
Das bunte Farbenspiel soll nie enden.
Meine Gedanken überschlagen sich.
Die Töne werden lauter, weiß.
Eine neue Galaxie, rot.
Der Takt verdoppelt sich, grün.
Sterne fallen vom Himmel, blau.
Was bleibt ist Dunkelheit.
Und die Erinnerung.
An eine Symphonie.

Foto von Corinna P.

Kein Internet

Kein Internet

Am seidenen Faden.
Hängt alles was wir sind.
Gesponnen und gedreht.
Unzählige Male, tief vergraben.
Unter unseren Füßen.
Fließt das Leben.
Buchstaben und Bilder.
Bewegen sich mit Licht.
Geschwindigkeit, unvorstellbar.
Doch dann herrscht Stille.
Das Leben knallt unaufhörlich.
Gegen das Ende jenen Fadens.
Durchtrennt, zerbrochen.
Unruhe macht sich breit.
Aus, an, aus, an.
Nichts, hilflose Blicke.
Grüne Lichter flackern.
Jetzt nur noch rot.
Ein letzter Griff in Richtung Hoffnung.
Raus, rein, aus, an.
Nichts, alles bleibt schwarz.
Offline!

– Einer nervig werdenden Störung meines Providers gewidmet –

Ich bin

Ich bin

Ich bin das Buch.
So voller Leben.
Der Wind blättert meine Seiten um.
Zieht hastig durch meine Kapitel.
Ich bin das Treibholz.
Das das Leben weiter treibt.
Den Fluss hinauf.
Ich bin das Ufer.
An dem mein Leben strandet.
Und langsam in mir versickert.
Ich bin der Sand.
Auf dem alles Leben lebt.
Und langsam versiegt.
Ich bin der Tropfen Wasser.
Der zu Boden fällt.
Vom Wind getragen.
Durch die Lüfte gewirbelt.
Bis ich letztendlich aufschlage.
Ich bin jeder Tropfen.
In den ein Regentropfen zerspringt.
Ich bin alle Farben.
Gelb, rot, lila, blau, Regenbogen.
Ich bin der Winter.
Lege mich sanft auf den Herbst.
Ich bin das monotone grau in weiß.
Das alles Bunt bedeckt.
Bin der Schnee, das Glück.
Ich bin die vierte Jahreszeit.

Nimm mich mit

Nimm mich mit

Mein Blick schweift ab, endlich.
Drückt sich immer tiefer in meinen Kopf.
Zeichnet sich unscharf in mir ab.
Nimm es, nimm mich mit, bitte.
Schreie ich in mich hinein.
Wie tief bist du, wie weit reicht deine Kraft.
Heute bist du sandfarbend.
Schon bald bist du gänzlich fort.
Doch jetzt, jetzt kommst du wieder.
Ich lausche dir, wie eine Symphonie.
Kringeln sich deine Wellen in mein Ohr.
Auf manchen Tönen weißer Schaum.
Beruhigend deine Unruhe, du tobst.
Nimm mich mit, zeig mir die Welt.
Barfuss gebe ich mich dir hin.
Ich spüre dich, die kälte deiner Wut.
Unter mir dein Sand, klebrig fein.
Bohrt sich durch meine Haut.
Wind peitscht auf meine nackte Haut.
Nimm mich endlich mit.
Hörst du mich, ich schreie es hinaus.
Doch niemand hört es, nichtmal du.
Bist längst weit fort, wie ist es dort?
Ich werde warten, sechs Stunden.
Bis du wiederkehrst.
Deine tosenden Wellen mich packen.
Und…

Nachts

Nachts

Schwarz, helles schwarz.
Dunkles Schwarz, dazwischen.
Flecken, kantiges Weiß.
Unwirkliche Formen der Wirklichkeit.
Ein Rauschen umgibt mich.
Ich lebe und bin wach.
Das ungleichmäßige Atmen.
Ein und aus, schwarz und weiß.
Des Menschen den ich liebe.
Ja jene Geräusche, ein und aus.
Treffen tief auf mein linkes Ohr.
Vermischt sich mit dem Rauschen.
Ich starre den wirren Flecken nach.
Kenne den Raum in dem ich liege.
Erkenne ihn aber nicht.
Die Formen verzerrt, die Farben.
Von weiß bis schwarz.
In meinem Kopf hallt ein Konzert.
Der Tag zieht vorbei, tonlos.
Mehr Stille dringt in mich ein.
Mein Körper windet sich.
Doch findet keinen Schlaf.
Denk doch bitte nicht mehr nach.
Winter, eine Straße, Herbst, Töne.
Blut, im Schnee, von Laub bedeckt.
Meine Augen zittern, mein Puls rast.
Ich bin hellwach, ein dunkler Traum.
Wie lange war ich fort.
Nur Sekunden, keine Ewigkeit.
Schwarzes Rauschen, weiße Formen.
Noch immer dröhnt die Luft.
Welche sich sanft in mein Ohr verwirbelt.
Die Decke starrt mich an.
Leere, nur ein schwarzes Viereck.
Durch das Fenster dringt ein Licht.
Verzerrt die mir vertrauten Dinge.
Und wirft sie an die Wand.
Ich atme ein und aus.
Absichtlich taktlos, Dur und Moll.
Ich schlafe ein und aus.
Gedanken stürzen sich hinab.
Fallen tiefer ins Dunkel.
Ergibt das alles einen Sinn?.
Ich wirre die Gedanken.
Fädel sie ein und stecke sie auf.
Suche den Sinn, sehe die Formen.
Schwarz.
Ich schlafe.
Grau.

Blaue Welt

Blaue Welt

Du bist die blaue Kugel.
Die sich unaufhörlich dreht.
Mit der Zeit im Takt.
Bist unser aller Held.
Danke blaue Welt.

Wir nehmen dich aus.
Fügen dir tiefe Wunden zu.
Berauben dich deiner Schätze.
Geben dir so wenig zurück.
Wofür das alles, für Geld.
Danke blaue Welt.

Du bist einzigartig, für mich.
Auch wenn man sagt.
Es gäbe mehr solcher Kugeln.
Im nicht vorstellbaren Raum.
Weit hinter deinem Horizont.
Hoch oben am Himmelszelt.
Danke blaue Welt.

Du schenkst mir eine Heimat.
Einen Kontinent und einen Ozean.
Gar einen ganzen Planeten.
Ich würde gern alles von dir sehen.
Doch du bist so groß und weit.
Zu zweit mit deinem Mond.
Der uns die deine Nacht erhellt.
Danke blaue Welt.

Auf dir gibt es Wunder, kleine und große.
Doch du bist das größte Wunder.
Deine Ozeane tief wie das Blau.
Lebewesen, unzählige, unvorstellbar.
Wir jagen sie, töten sie, Stille.
Die Menschlichkeit verfällt.
Entschuldige blaue Welt.

Wir werden uns bessern.
Deine blauen Ozeane schützen.
Dich nicht mehr berauben.
Und deine Wunden heilen.
Weil du uns jeden Moment zeigst.
Das es auch anders geht.
Danke das ich auf dir leben darf.
Ich deine Ozeane lieben darf.
Und jeden Tag die Farben sehen kann.
Die nur du im schwarzen um dich rum.
Zum leuchten bringst.

Danke Welt.

Flügelrichtung Meer

Flügelrichtung Meer

Immer zu gen Wasser.
Nah ob weit zu zweit.
Vor und hinter jedem Deich.
Jeder Hafen lockt sie an.
Im blauen Oben fliegt.
Lauthals die weiße Pracht.
Kreischt und schreit.
Erzählt von Schiffen.
Hohen Wellen und Seemannsgarn.
Kreisen, reisen, bleiben niemals still.
Treiben langsam wie der Wind es will.
Hunderte flügelbreiten weit.
Kreisen die Möwen immer.
Flügelrichtung Meer.

Der bessere Fisch

Der bessere Fisch

Ein kleiner Fisch wetteiferte schon den ganzen Tag mit einem Hai. Jeder behauptete von sich, dass bessere Tier zu sein. Der Hai überzeugt von seiner Größe und Schnelligkeit, der kleine Fisch schwor wiederum auf seine Größe und Wendigkeit. So groß wie ich bin, könnte ich dich in einem Happen verschlingen, zischte der Hai. Sichtlich unbeeindruckt schoss der kleine Fisch wild um den Hai und rief dabei, dazu müsstest du mich erst einmal fangen und ich bin weitaus wendiger und flinker. Bei all den nassen Wettkämpfen verloren beide ihre Heimat aus den Augen und trugen ihre Kämpfe immerzu weiter fort. Doch das Wasser wurde knapper und niedriger und so wurden beide lautlos im Wasser verharrend gegen den Grund gedrückt. Vergaßen sie doch, dass es Ebbe ist. So lag der Hai dem Tode nah, auf dem trockenen Sand und blickte in einen kleinen Rinnsal in welchem sich der Fisch tummelte. Schadenfroh schwamm er im Kreis, sich bewusst das nur seine winzige Größe im dieses Glück bescherte. Bis eine Möwe sich den Leckerbissen schnappte.

Beide starben am Strand und so war niemand der Bessere.

Zusammen statt gegeneinander arbeiten bringt jeden von uns weiter.

Erster sein!

Erster sein!

Nicht weit vom Froschteich lag eine feuchte Wiese. In eben dieser lebte froh die Schnecke Miao Miao mit ihrer Familie. Doch das ruhige und selige Leben wurde je gestört, denn hin und wieder sprangen Frösche aus dem Teich wild in die Wiese und schnappten sich wahllos ein paar Schnecken um sie zu verspeisen. Diesmal sprang ein Frosch vor das Haus in dem Miao Miao wohnte. So du kleine, langsame Schnecke, du wirst mir gut schmecken, sabberte der Frosch. Doch Miao Miao antworte frech – ich soll langsam sein – lass mich und meine Familie in Frieden und komme im Winter wieder. Wir werden sehen, wer zu erst am See ist. Bist du zu erst dort, kannst du uns alle fressen, bin ich zu erst dort, lässt du uns leben. So sollte es sein, der dumme Frosch verschonte die Schnecken und kehrte erst im Winter zurück. Miao Miao und der Frosch begannen ihren Kampf, sprangen und liefen so schnell sie konnten zum Teich. Natürlich war der Frosch schneller, Miao Miao wusste dies auch, doch wusste sie auch das der Frosch warten würde, bis Miao Miao auch am dort sei. Obschon sie so schnell sie konnte Richtung Teich unterwegs war, ist dieser samt des Frosches darin eingefroren als sie ankam. So leben Miao und Miao noch heute, wenn sie kein anderer Frosch fraß.

Es ist nicht ratsam der Erste zu sein! Schon gar nicht, wenn es niemand sieht.