Autor: ginodola

Tsunamiflossen

Tsunamiflossen

Der Mensch ist wohl das gemeinste Tier auf dieser Erde. Das mussten auch die kleinen Fische erfahren.

Immer zu entsorgten die Menschen ihren Unrat im Fluss, nicht weit entfernt ihrer Stadt. Die kleinen Fische vermochten es kaum noch, ihre wunderbare Unterwasserwelt zu sehen. Da beschloss der König des Fischschwarms zu den Menschen zu gehen und sie zu bitten mehr acht auf die Fische zu geben. So schwamm der König an das nächste Ufer und rief einen Fischer an. Verehrter Fischer, so höret mich an, wenn ihr noch länger fischen wollt und eure Familien ernähren, dann gebt acht auf uns und werft nicht alles Unnütze zu uns hinab – geht und tragt die Botschaft in die eure Stadt. Doch der Fischer lachte nur, schwang seine Rute und warf sie aus um Fisch für den Abend zu fangen. Erbost biss der König an den Haken, lies sich fangen und stellte sich tot. Zu Hause angekommen zeigte der Fischer seiner Familie den prächtigen Fang, doch eben dieser keuchte sogleich los. Rettet euch und uns, gebt acht auf uns und fügt uns nimmer Leid und Elend zu, wir geben euch schon unsere Schwächsten an die Angel, so verschont bloß den Rest. Doch auch die Familie lachte und brachte den Fisch um. Als auch am nächsten Morgen der König nicht wiederkehrte, wussten die kleinen Fische wie es um ihren König stand. Hunderte Fische sammelten sich vor der dem Ufer und schlugen mit Ihren Flossen so kräftig, das dass Wasser zu beben begann. Doch noch immer Verstand das Dorf nicht und alle Fischer eilten zum Ufer, um zu angeln. Da drehten sich die Fische um, mit der Schwanzflosse zum Ufer und bewegten jene noch schneller, bis ein Tsunami sich auftürmte und das Dorf unter sich begrub. Nun schwammen alle mit den Fischen im selben Unrat und ertranken elendig an ihrem eigenen Hab und Gut.

Wer nicht auf die Kleinen hört und stets im Hochmut lebt, der wird tief fallen und eines besseren belehrt.

Ein Bild

Ein Bild

Unser Anfang war nicht groß.
Nur ein paar Zentimeter.
Ein paar Farben, weißer Rand.

Mehr gab es nicht, mehr wollt‘ ich nicht.
Nur diese Farben, dieses Lachen.

Ich wünscht es mir, so sehr.
Wochen vergingen, Tage, Minuten.
Mein Wunsch wurde größer.
Größer und größer.

Das Bild hatte einen Namen.
Nur ein Wort, Dein Name.
Stand er auch nirgends geschrieben.
Er war immer da, in mir.

Gedanken überschlugen sich.
Mit einem Bild von Dir.
war jeder Tag ein bisschen schöner.
Jedes Gefühl so groß, gefühlvoller.

Doch ich vermochte es nicht zu hoffen.
Ich kenne Dein Bild, aber kennst Du mich.
Nein, nicht einmal meinen Namen.

Ich fühle etwas; glaube ich.
Ich liebe Dich, aber ich kenne Dich nicht.
Oder liebe ich ein Bild, Deine Farben auf Papier?

Ich weiß es nicht, aber es macht glücklich.
Dein Lachen zu hören; ich stell’s mir vor.
Sehe Deine Haare, im Wind.
Wie sich kleine Schneeflocken darin verfangen.

Noch immer, kenne ich Dich nicht.
Aber ich wünsche es mir.
Jeden Moment meines Lebens.

Ist es falsch, diese Lippen küssen zu wollen?
Über das warme Gesicht streichen zu wollen?
Vielleicht ist es falsch, Dich wundervoll zu nennen?
Ja vielleicht ist es sogar falsch Dich zu lieben?

Es ist nur ein Bild, es war nur ein Bild.
Heute malst Du jeden Tag ein Bild.
Es wird immer größer und größer.
so wie mein Wunsch.

Du malst bedingungslos, voller Liebe.
mit allen Farben die Du kennst.
Mit jedem Kuss, den Du mir schenkst,
malst Du unser Bild weiter.

Ja, vielleicht war es falsch ein Bild zu lieben!
Es waren Tage, Wochen die verstrichen…
in denen ich Dich schon hätte lieben können.
Und nicht ein Bild, ein Bild von Dir.

Ich hoffe Du hörst niemals auf zu malen.

Corinna.

Der tiefe Riss

Der tiefe Riss

Woher kommt der Ton, der hell in meinem Ohr vibriert?
Höre ich die einzelnen Tropfen des Regens.
Wie sie zusammen auf die Blätter eines Baumes fallen?
Windet sich geschmolzenes Eis durch kleine Löcher.
bis sie die Höhlendecke hinab fallen?
Vor meinen Füßen landen und platzen.
Vibriert in meinem Ohr der Ton der Gefahr.
Ist es das knistern eines lodernd Feuers.
oder doch nur der samtweiße Schnee.
in den ich langsam sinke?
Gefriert Raufreif leise auf meiner Haut.
und ziert mich mit Blumen aus Eis?
Höre ich das weit entfernte Meer.
wie seine Wellen sanft am Ufer brechen?
Es fühlt sich an wie Lava.
Lautlos schiebt sie sich durchs Tal.
und erstarrt knisternd zu schwarzen Kissen.
Zerreißt es mich jetzt, wie die Erde unter mir.
Auch ein langer Riss wird klein geboren.
Kleine Risse knistern sich zusammen.
Ein tiefer Riss in meinem Herz.
Sehnsucht und Träume brechen sie auf.
Meine menschliche Hülle.

Vatnajökull

Vatnajökull

Weiß an Eis, soweit der kalte Boden reicht.
Aus der Tiefe hochhinauf, bis an den Rand.
Schneetief die kalten Wellen lauern.
Endlos weites, blaues Eis treibt auf dem Meer.
Nur das tosende plätschern der Wellen hallt im Ohr.
Eisige Stille weht über das karge Land.
Kein Baum in weiter Ferne, nicht ein Blatt.
Nichts als saftig grüne Wiesen, weiße Flecken.
Springen, laufen, tanzen gar durchs Grün.
Unberührter Boden, Formen wie gemalt.
Schwarz wie keine Nacht an diesem Fleck.
Am Himmel bunte Lichterfäden, grüne, blaue.
Kleine Sterne fallen herab, landen sanft im Weiß.
Nicht selten bahnt sich ein rote Schlange.
Tief und laut durch jenes Land.
Das sie Tag um Jahr bedeckt, beschützt.
Tief im Berg, gar unter allem tobt das Leben.
Glühend rot und heiß so kalt wie Eis.
Wächst und wächst, verschlingt die Erde.
Bis sie bricht und Feuer in den Himmel speit.
Weiße Berge werden flüssig, ziehen ihre Bahnen.
Bedeckt von weichem Grau, dass aus der Erde steigt.
Elfen Folgen jenem Fluss bis weit ins Tal.
Dort leben Mensch an Elf, Seite an Seite.
Zeigen sich nur am Tag, nicht jedem.
Und nicht in drei Stunden Sommernacht.
Die Zeit steht hier nicht still.
Kein Ort sieht morgens aus wie gestern.
Aber langsam, langsam läuft die Zeit.
Die Vergangeheit vergeht hier niemals.
Manches bleibt ewig, für immer ein Teil.
Der ewig kargen Welt, nur kleine, schwarze Berge.
Wachsen hier und dort aus jenem Meer.
Das alles umgibt, schützend und magisch.

– Besser du stehst auf deinen eigenen Füßen als auf fremden –
Zitat des Landes

Rückenwind

Rückenwind

Du bist mein schönster Traum,
das Wunder nachdem ich trachte,
der Name den ich schon ewig suche.

Und sind die Zeiten stürmisch,
wie im Herbst; Laub im Herzen,
treibt mich der Wind zu Dir.

Mit Dir steh ich fest im Sturm,
treibst mich weiter; Rückenwind,
Du bist der Wind,
meine treibende Kraft.

Du bist das Meer in mir; der Wind,
der meine Wellen brechen lässt,
bist das Leben in mir; im Meer.

In mir wohnt ein Stern; Du,
leuchtest Nacht für Nacht,
an meinem dunklen Himmel,
zeigst mir den Weg; zu Dir.

Du bist was ich sehe; in Dir,
wenn ich den Weg nicht finde,
wie so oft nicht weiter weiß,
bist Du meine Antwort.

Ein Gefühl, unser Gefühl,
Sieben Buchstaben; ein Wort,
Dein Name, Corinna,
das tiefste Gefühl; Liebe.

Du bist das Gegenstück,
zu allem, was noch fehlt,
bist alles, was ich liebe.

Nachtwinter

Nachtwinter

Kalter Wind stört meinen Schlaf.
Meine Gedanken zwingen mich zu denken.
Die dunkle Nacht vertrieb den Tag.
Und unter weißem Schnee bedeckt.
Lebt leise weiter diese graue Welt.
Ich erinner‘ mich an bunte Farben.
An einen Sonnenstrahl, ein Lachen.
Durch die Nacht hallt laut ein Ton.
Meine Tränen frieren leise ein.
Zerbrechen sanft, ich schlafe ein.
Wieder male ich ein Bild in mir.
Das bunte Bild, es ist so kalt.
Auf der Leinwand dunkelblaue Farbe.
Alt und rissig ist das Bild.
Die Farben schon vertrocknet.
Und steht die Zeit auch niemals still.
Ich denke gerne an die alte Zeit.
Tonlos lebt die Zeit in mir.
Wo ist das Kind das lacht?
Mit bunten Farben spielt.
Wo nur ist diese bunte Zeit?
Ein warmer, grauer Sonnenstrahl.
schimmert grell durchs Fenster.
Der alte Staub vergangener Zeit.
Ich schaue durch mein Fenster.
Hinaus auf diese bunte Welt.
Noch weiter raus aufs grau.

September

September

Der neue Monat bricht heran,
der September fängt nun an.
Ein dunkler und verregneter,
Monat nun zu Ende geht,
der August nun vor dem Sterben steht.
Die Bäume nun ihr Blätterkleid verlieren,
die Menschen durch den Wald spazieren,
durch tote Blätterhaufen gehen.
Die grüne, monotone Welt, sie faucht,
in eine farbenfrohe, bunte Zeit eintaucht.
Die Blätter melancholisch schimmern,
windig, kalt der Luftzug durch die Bäume flieht,
unzählig viele Blätter mit sich zieht,
bis auch der letzte Baum alleine ist,
kein Blatt mehr an ihm ist, die Krone leer,
die Welt verziert mit einem Blättermeer.
Wenn bald die Tage enden spät,
und der grelle Morgen dunkel scheint,
dann auch die Herbstzeit um die Farben weint.
Die farbenfrohe, bunte Zeit nun braun sich kleidet.
In unseren Herzen schon die Trauer brennt.
Das ist der Monat gar, der sich September nennt.

Still und leise

Still und leise

Einem Menschen gewdimet, welcher leider viel zu früh diese Welt verlassen musste

Leere, nichts als wirre Gedanken.
Ich höre das Ticken der Uhr.
Still und leise,
schleicht der Zeiger auf die Sieben.
Meine Gedanken liegen,
still und leise,
sanft gebettet.
Auf meinem Kopfkissen,
drei einzelne Gedanken.
Still und leise,
meine Gedanken,
fallen aus meinem Kopf.
Mein Körper leer, meine Gedanken,
ganz weit weg von mir.
Still und leise,
buddel ich mich tiefer in die Leere.
Bis das weiße Nichts,
still und leise,
mich umgibt.
Die Zeit vergessen, wirkt wie angehalten.
Immer mehr Gedanken fallen aus mir,
still und leise.
Bunte Farben, Tränen.
Still und leise,
tickt das Uhrwerk immer lauter.
Noch läuft die Zeit, noch läuft die Zeit,
ganz still und leise.

Ich wache auf.
Leere.
Nur ein Traum?
Still und leise.
Das Ticken der Uhr,
es hämmert in meinem Ohr.
Still und leise,
mir wird klar,
meine Gedanken fallen aus mir.
Still und leise,
liege ich in meinem Bett.
Zähle die Sekunden, die Gedanken.
Still und leise.
Ich schlafe ein.
Verklungen auch der Ton,
still und leise,
monoton,
die Uhr nun,
still und leise,
steht.

Windende

Windende

Heftig peitscht der Wind durch meine Seele.
Mein blattloses Gerippe.
Ich friere.

Die Weide brennt.
Ein Eimer blau verkippt.
Mein Puzzle zerschlagen.

Am Ende des Windes.
Blutet der Himmel.
Nebel über meinem Leib.

Es wird dunkel; es wird hell.
Mehr und mehr Puzzleteile fallen zu Boden.
Zerbrechen.

Meine Seele verbrennt.
Am Ende des Windes.
Zerrinnt meine Seele.

Mein letztes Puzzleteil.
Ich kann es nicht halten.
Es zerspringt

Ein neues Puzzle aus Scherben!

Mein Leben als

Mein Leben als

Ist mir dieses, mein Leben zu langweilig?
Meine menschliche Hülle, mir selbst allzu vertraut?
Warum nur suche ich den einen Sinn?
Wozu bin ich hier, auf dieser Kugel?

Ich streife durch die Nacht, ziellos,
vorbei an grellen Lichtern, Farben!
Sehe Menschen, hohe Gebäude, ferne Wege.
Alles ohne Sinn, leer, nur Atome.
Dieselben aus denen ich bestehe!

Mein Alltag, nur irdische Aufgaben.
Alles menschengemacht, wie Krieg!
Warum nur kann ich nicht akzeptieren,
dass ich womöglich einzigartig bin,
als Mensch, auf dieser blauen Kugel?

Warum will ich nicht glauben,
das dieses Leben alles ist?
Verdammt es gibt so viel mehr.
Wir suchen Galaxien und ferne Welten.
Doch finden nur Vertrautes.

Wir suchen nicht mit dem Herz.
Verstand heißt nicht Verstehen!
Ich schau in die Welt und schließe die Augen.
Höre was all die Wunder mir sagen
und drehe die Musik so laut ich kann.

Ich lasse los, einfach los lassen!
Wie viele Fäden halten mich zurück?
Gefangen im eigenen Garn,
gesponnen aus Regeln und Linien.
Richtlinien!

Richte nicht, Urteile nicht, lebe!
Ich breite meine Flügel aus und fliege.
So hoch ich kann, so weit ich kann.
Bis zu den Engeln, nach Hause.