Schlagwort: Gedanken

Ich bin

Ich bin

Ich bin das Buch.
So voller Leben.
Der Wind blättert meine Seiten um.
Zieht hastig durch meine Kapitel.
Ich bin das Treibholz.
Das das Leben weiter treibt.
Den Fluss hinauf.
Ich bin das Ufer.
An dem mein Leben strandet.
Und langsam in mir versickert.
Ich bin der Sand.
Auf dem alles Leben lebt.
Und langsam versiegt.
Ich bin der Tropfen Wasser.
Der zu Boden fällt.
Vom Wind getragen.
Durch die Lüfte gewirbelt.
Bis ich letztendlich aufschlage.
Ich bin jeder Tropfen.
In den ein Regentropfen zerspringt.
Ich bin alle Farben.
Gelb, rot, lila, blau, Regenbogen.
Ich bin der Winter.
Lege mich sanft auf den Herbst.
Ich bin das monotone grau in weiß.
Das alles Bunt bedeckt.
Bin der Schnee, das Glück.
Ich bin die vierte Jahreszeit.

Nimm mich mit

Nimm mich mit

Mein Blick schweift ab, endlich.
Drückt sich immer tiefer in meinen Kopf.
Zeichnet sich unscharf in mir ab.
Nimm es, nimm mich mit, bitte.
Schreie ich in mich hinein.
Wie tief bist du, wie weit reicht deine Kraft.
Heute bist du sandfarbend.
Schon bald bist du gänzlich fort.
Doch jetzt, jetzt kommst du wieder.
Ich lausche dir, wie eine Symphonie.
Kringeln sich deine Wellen in mein Ohr.
Auf manchen Tönen weißer Schaum.
Beruhigend deine Unruhe, du tobst.
Nimm mich mit, zeig mir die Welt.
Barfuss gebe ich mich dir hin.
Ich spüre dich, die kälte deiner Wut.
Unter mir dein Sand, klebrig fein.
Bohrt sich durch meine Haut.
Wind peitscht auf meine nackte Haut.
Nimm mich endlich mit.
Hörst du mich, ich schreie es hinaus.
Doch niemand hört es, nichtmal du.
Bist längst weit fort, wie ist es dort?
Ich werde warten, sechs Stunden.
Bis du wiederkehrst.
Deine tosenden Wellen mich packen.
Und…

Nachts

Nachts

Schwarz, helles schwarz.
Dunkles Schwarz, dazwischen.
Flecken, kantiges Weiß.
Unwirkliche Formen der Wirklichkeit.
Ein Rauschen umgibt mich.
Ich lebe und bin wach.
Das ungleichmäßige Atmen.
Ein und aus, schwarz und weiß.
Des Menschen den ich liebe.
Ja jene Geräusche, ein und aus.
Treffen tief auf mein linkes Ohr.
Vermischt sich mit dem Rauschen.
Ich starre den wirren Flecken nach.
Kenne den Raum in dem ich liege.
Erkenne ihn aber nicht.
Die Formen verzerrt, die Farben.
Von weiß bis schwarz.
In meinem Kopf hallt ein Konzert.
Der Tag zieht vorbei, tonlos.
Mehr Stille dringt in mich ein.
Mein Körper windet sich.
Doch findet keinen Schlaf.
Denk doch bitte nicht mehr nach.
Winter, eine Straße, Herbst, Töne.
Blut, im Schnee, von Laub bedeckt.
Meine Augen zittern, mein Puls rast.
Ich bin hellwach, ein dunkler Traum.
Wie lange war ich fort.
Nur Sekunden, keine Ewigkeit.
Schwarzes Rauschen, weiße Formen.
Noch immer dröhnt die Luft.
Welche sich sanft in mein Ohr verwirbelt.
Die Decke starrt mich an.
Leere, nur ein schwarzes Viereck.
Durch das Fenster dringt ein Licht.
Verzerrt die mir vertrauten Dinge.
Und wirft sie an die Wand.
Ich atme ein und aus.
Absichtlich taktlos, Dur und Moll.
Ich schlafe ein und aus.
Gedanken stürzen sich hinab.
Fallen tiefer ins Dunkel.
Ergibt das alles einen Sinn?.
Ich wirre die Gedanken.
Fädel sie ein und stecke sie auf.
Suche den Sinn, sehe die Formen.
Schwarz.
Ich schlafe.
Grau.

Blaue Welt

Blaue Welt

Du bist die blaue Kugel.
Die sich unaufhörlich dreht.
Mit der Zeit im Takt.
Bist unser aller Held.
Danke blaue Welt.

Wir nehmen dich aus.
Fügen dir tiefe Wunden zu.
Berauben dich deiner Schätze.
Geben dir so wenig zurück.
Wofür das alles, für Geld.
Danke blaue Welt.

Du bist einzigartig, für mich.
Auch wenn man sagt.
Es gäbe mehr solcher Kugeln.
Im nicht vorstellbaren Raum.
Weit hinter deinem Horizont.
Hoch oben am Himmelszelt.
Danke blaue Welt.

Du schenkst mir eine Heimat.
Einen Kontinent und einen Ozean.
Gar einen ganzen Planeten.
Ich würde gern alles von dir sehen.
Doch du bist so groß und weit.
Zu zweit mit deinem Mond.
Der uns die deine Nacht erhellt.
Danke blaue Welt.

Auf dir gibt es Wunder, kleine und große.
Doch du bist das größte Wunder.
Deine Ozeane tief wie das Blau.
Lebewesen, unzählige, unvorstellbar.
Wir jagen sie, töten sie, Stille.
Die Menschlichkeit verfällt.
Entschuldige blaue Welt.

Wir werden uns bessern.
Deine blauen Ozeane schützen.
Dich nicht mehr berauben.
Und deine Wunden heilen.
Weil du uns jeden Moment zeigst.
Das es auch anders geht.
Danke das ich auf dir leben darf.
Ich deine Ozeane lieben darf.
Und jeden Tag die Farben sehen kann.
Die nur du im schwarzen um dich rum.
Zum leuchten bringst.

Danke Welt.

Flügelrichtung Meer

Flügelrichtung Meer

Immer zu gen Wasser.
Nah ob weit zu zweit.
Vor und hinter jedem Deich.
Jeder Hafen lockt sie an.
Im blauen Oben fliegt.
Lauthals die weiße Pracht.
Kreischt und schreit.
Erzählt von Schiffen.
Hohen Wellen und Seemannsgarn.
Kreisen, reisen, bleiben niemals still.
Treiben langsam wie der Wind es will.
Hunderte flügelbreiten weit.
Kreisen die Möwen immer.
Flügelrichtung Meer.

Ein Bild

Ein Bild

Unser Anfang war nicht groß.
Nur ein paar Zentimeter.
Ein paar Farben, weißer Rand.

Mehr gab es nicht, mehr wollt‘ ich nicht.
Nur diese Farben, dieses Lachen.

Ich wünscht es mir, so sehr.
Wochen vergingen, Tage, Minuten.
Mein Wunsch wurde größer.
Größer und größer.

Das Bild hatte einen Namen.
Nur ein Wort, Dein Name.
Stand er auch nirgends geschrieben.
Er war immer da, in mir.

Gedanken überschlugen sich.
Mit einem Bild von Dir.
war jeder Tag ein bisschen schöner.
Jedes Gefühl so groß, gefühlvoller.

Doch ich vermochte es nicht zu hoffen.
Ich kenne Dein Bild, aber kennst Du mich.
Nein, nicht einmal meinen Namen.

Ich fühle etwas; glaube ich.
Ich liebe Dich, aber ich kenne Dich nicht.
Oder liebe ich ein Bild, Deine Farben auf Papier?

Ich weiß es nicht, aber es macht glücklich.
Dein Lachen zu hören; ich stell’s mir vor.
Sehe Deine Haare, im Wind.
Wie sich kleine Schneeflocken darin verfangen.

Noch immer, kenne ich Dich nicht.
Aber ich wünsche es mir.
Jeden Moment meines Lebens.

Ist es falsch, diese Lippen küssen zu wollen?
Über das warme Gesicht streichen zu wollen?
Vielleicht ist es falsch, Dich wundervoll zu nennen?
Ja vielleicht ist es sogar falsch Dich zu lieben?

Es ist nur ein Bild, es war nur ein Bild.
Heute malst Du jeden Tag ein Bild.
Es wird immer größer und größer.
so wie mein Wunsch.

Du malst bedingungslos, voller Liebe.
mit allen Farben die Du kennst.
Mit jedem Kuss, den Du mir schenkst,
malst Du unser Bild weiter.

Ja, vielleicht war es falsch ein Bild zu lieben!
Es waren Tage, Wochen die verstrichen…
in denen ich Dich schon hätte lieben können.
Und nicht ein Bild, ein Bild von Dir.

Ich hoffe Du hörst niemals auf zu malen.

Corinna.

Der tiefe Riss

Der tiefe Riss

Woher kommt der Ton, der hell in meinem Ohr vibriert?
Höre ich die einzelnen Tropfen des Regens.
Wie sie zusammen auf die Blätter eines Baumes fallen?
Windet sich geschmolzenes Eis durch kleine Löcher.
bis sie die Höhlendecke hinab fallen?
Vor meinen Füßen landen und platzen.
Vibriert in meinem Ohr der Ton der Gefahr.
Ist es das knistern eines lodernd Feuers.
oder doch nur der samtweiße Schnee.
in den ich langsam sinke?
Gefriert Raufreif leise auf meiner Haut.
und ziert mich mit Blumen aus Eis?
Höre ich das weit entfernte Meer.
wie seine Wellen sanft am Ufer brechen?
Es fühlt sich an wie Lava.
Lautlos schiebt sie sich durchs Tal.
und erstarrt knisternd zu schwarzen Kissen.
Zerreißt es mich jetzt, wie die Erde unter mir.
Auch ein langer Riss wird klein geboren.
Kleine Risse knistern sich zusammen.
Ein tiefer Riss in meinem Herz.
Sehnsucht und Träume brechen sie auf.
Meine menschliche Hülle.

Vatnajökull

Vatnajökull

Weiß an Eis, soweit der kalte Boden reicht.
Aus der Tiefe hochhinauf, bis an den Rand.
Schneetief die kalten Wellen lauern.
Endlos weites, blaues Eis treibt auf dem Meer.
Nur das tosende plätschern der Wellen hallt im Ohr.
Eisige Stille weht über das karge Land.
Kein Baum in weiter Ferne, nicht ein Blatt.
Nichts als saftig grüne Wiesen, weiße Flecken.
Springen, laufen, tanzen gar durchs Grün.
Unberührter Boden, Formen wie gemalt.
Schwarz wie keine Nacht an diesem Fleck.
Am Himmel bunte Lichterfäden, grüne, blaue.
Kleine Sterne fallen herab, landen sanft im Weiß.
Nicht selten bahnt sich ein rote Schlange.
Tief und laut durch jenes Land.
Das sie Tag um Jahr bedeckt, beschützt.
Tief im Berg, gar unter allem tobt das Leben.
Glühend rot und heiß so kalt wie Eis.
Wächst und wächst, verschlingt die Erde.
Bis sie bricht und Feuer in den Himmel speit.
Weiße Berge werden flüssig, ziehen ihre Bahnen.
Bedeckt von weichem Grau, dass aus der Erde steigt.
Elfen Folgen jenem Fluss bis weit ins Tal.
Dort leben Mensch an Elf, Seite an Seite.
Zeigen sich nur am Tag, nicht jedem.
Und nicht in drei Stunden Sommernacht.
Die Zeit steht hier nicht still.
Kein Ort sieht morgens aus wie gestern.
Aber langsam, langsam läuft die Zeit.
Die Vergangeheit vergeht hier niemals.
Manches bleibt ewig, für immer ein Teil.
Der ewig kargen Welt, nur kleine, schwarze Berge.
Wachsen hier und dort aus jenem Meer.
Das alles umgibt, schützend und magisch.

– Besser du stehst auf deinen eigenen Füßen als auf fremden –
Zitat des Landes

Rückenwind

Rückenwind

Du bist mein schönster Traum,
das Wunder nachdem ich trachte,
der Name den ich schon ewig suche.

Und sind die Zeiten stürmisch,
wie im Herbst; Laub im Herzen,
treibt mich der Wind zu Dir.

Mit Dir steh ich fest im Sturm,
treibst mich weiter; Rückenwind,
Du bist der Wind,
meine treibende Kraft.

Du bist das Meer in mir; der Wind,
der meine Wellen brechen lässt,
bist das Leben in mir; im Meer.

In mir wohnt ein Stern; Du,
leuchtest Nacht für Nacht,
an meinem dunklen Himmel,
zeigst mir den Weg; zu Dir.

Du bist was ich sehe; in Dir,
wenn ich den Weg nicht finde,
wie so oft nicht weiter weiß,
bist Du meine Antwort.

Ein Gefühl, unser Gefühl,
Sieben Buchstaben; ein Wort,
Dein Name, Corinna,
das tiefste Gefühl; Liebe.

Du bist das Gegenstück,
zu allem, was noch fehlt,
bist alles, was ich liebe.

Nachtwinter

Nachtwinter

Kalter Wind stört meinen Schlaf.
Meine Gedanken zwingen mich zu denken.
Die dunkle Nacht vertrieb den Tag.
Und unter weißem Schnee bedeckt.
Lebt leise weiter diese graue Welt.
Ich erinner‘ mich an bunte Farben.
An einen Sonnenstrahl, ein Lachen.
Durch die Nacht hallt laut ein Ton.
Meine Tränen frieren leise ein.
Zerbrechen sanft, ich schlafe ein.
Wieder male ich ein Bild in mir.
Das bunte Bild, es ist so kalt.
Auf der Leinwand dunkelblaue Farbe.
Alt und rissig ist das Bild.
Die Farben schon vertrocknet.
Und steht die Zeit auch niemals still.
Ich denke gerne an die alte Zeit.
Tonlos lebt die Zeit in mir.
Wo ist das Kind das lacht?
Mit bunten Farben spielt.
Wo nur ist diese bunte Zeit?
Ein warmer, grauer Sonnenstrahl.
schimmert grell durchs Fenster.
Der alte Staub vergangener Zeit.
Ich schaue durch mein Fenster.
Hinaus auf diese bunte Welt.
Noch weiter raus aufs grau.