Schlagwort: Gefühle

Sturm der Schmetterlinge

Sturm der Schmetterlinge

Keiner der beiden, wusste um den anderen.
Immer in den neuen Tag hinein, flogen beide froh des Lebens, ihres Weges.
Doch einst trafen sich die Herzen.
Ihre Flügel strichen sanft einander.
Zusammen ist die Wiese größer, der Himmel blauer, schmeckt der Nektar süßer.
Doch im gemachten Nest, gewiss gefiel es beiden, war kein Platz.
Die Flügel rieben aneinander, raubten mal dem einen, mal dem anderen die Sicht.
Ein jeder Tag schuf neue Gitterstäbe, in dem Käfig den sie gar ihr eigen nannten.
Sie schlugen immer wilder mit den Flügeln.
Immer in der Hoffnung zu entkommen.
Doch mit weit gespreizten Flügeln, vermochte es keiner der beiden, zwischen zwei Stäben hindurch zu fliegen.
So schlugen sie immer wilder mit den Flügeln.
Bis letztendlich einer nicht mehr konnte; nachgab.
Die Flügel reglos, müde; fiel er durch die Gitterstäbe.
Im Käfig lebend, tobten einsam weiter die zwei Flügel.
Der andere erschöpft, des Lebens nicht mehr froh, lag er am Boden.
Unbemerkt vom Sturm der aus dem Käfig drang.
Die Flügel wund, zerschunden.
Dabei hätte stillstand so viel mehr erreichen können.
Die Flügel mit dem Wind zu schlagen, nicht gegen ihn.
Gemeinsam fliegen in die selbe Richtung.

Ich bin

Ich bin

Ich bin das Buch.
So voller Leben.
Der Wind blättert meine Seiten um.
Zieht hastig durch meine Kapitel.
Ich bin das Treibholz.
Das das Leben weiter treibt.
Den Fluss hinauf.
Ich bin das Ufer.
An dem mein Leben strandet.
Und langsam in mir versickert.
Ich bin der Sand.
Auf dem alles Leben lebt.
Und langsam versiegt.
Ich bin der Tropfen Wasser.
Der zu Boden fällt.
Vom Wind getragen.
Durch die Lüfte gewirbelt.
Bis ich letztendlich aufschlage.
Ich bin jeder Tropfen.
In den ein Regentropfen zerspringt.
Ich bin alle Farben.
Gelb, rot, lila, blau, Regenbogen.
Ich bin der Winter.
Lege mich sanft auf den Herbst.
Ich bin das monotone grau in weiß.
Das alles Bunt bedeckt.
Bin der Schnee, das Glück.
Ich bin die vierte Jahreszeit.

Nimm mich mit

Nimm mich mit

Mein Blick schweift ab, endlich.
Drückt sich immer tiefer in meinen Kopf.
Zeichnet sich unscharf in mir ab.
Nimm es, nimm mich mit, bitte.
Schreie ich in mich hinein.
Wie tief bist du, wie weit reicht deine Kraft.
Heute bist du sandfarbend.
Schon bald bist du gänzlich fort.
Doch jetzt, jetzt kommst du wieder.
Ich lausche dir, wie eine Symphonie.
Kringeln sich deine Wellen in mein Ohr.
Auf manchen Tönen weißer Schaum.
Beruhigend deine Unruhe, du tobst.
Nimm mich mit, zeig mir die Welt.
Barfuss gebe ich mich dir hin.
Ich spüre dich, die kälte deiner Wut.
Unter mir dein Sand, klebrig fein.
Bohrt sich durch meine Haut.
Wind peitscht auf meine nackte Haut.
Nimm mich endlich mit.
Hörst du mich, ich schreie es hinaus.
Doch niemand hört es, nichtmal du.
Bist längst weit fort, wie ist es dort?
Ich werde warten, sechs Stunden.
Bis du wiederkehrst.
Deine tosenden Wellen mich packen.
Und…

Nachts

Nachts

Schwarz, helles schwarz.
Dunkles Schwarz, dazwischen.
Flecken, kantiges Weiß.
Unwirkliche Formen der Wirklichkeit.
Ein Rauschen umgibt mich.
Ich lebe und bin wach.
Das ungleichmäßige Atmen.
Ein und aus, schwarz und weiß.
Des Menschen den ich liebe.
Ja jene Geräusche, ein und aus.
Treffen tief auf mein linkes Ohr.
Vermischt sich mit dem Rauschen.
Ich starre den wirren Flecken nach.
Kenne den Raum in dem ich liege.
Erkenne ihn aber nicht.
Die Formen verzerrt, die Farben.
Von weiß bis schwarz.
In meinem Kopf hallt ein Konzert.
Der Tag zieht vorbei, tonlos.
Mehr Stille dringt in mich ein.
Mein Körper windet sich.
Doch findet keinen Schlaf.
Denk doch bitte nicht mehr nach.
Winter, eine Straße, Herbst, Töne.
Blut, im Schnee, von Laub bedeckt.
Meine Augen zittern, mein Puls rast.
Ich bin hellwach, ein dunkler Traum.
Wie lange war ich fort.
Nur Sekunden, keine Ewigkeit.
Schwarzes Rauschen, weiße Formen.
Noch immer dröhnt die Luft.
Welche sich sanft in mein Ohr verwirbelt.
Die Decke starrt mich an.
Leere, nur ein schwarzes Viereck.
Durch das Fenster dringt ein Licht.
Verzerrt die mir vertrauten Dinge.
Und wirft sie an die Wand.
Ich atme ein und aus.
Absichtlich taktlos, Dur und Moll.
Ich schlafe ein und aus.
Gedanken stürzen sich hinab.
Fallen tiefer ins Dunkel.
Ergibt das alles einen Sinn?.
Ich wirre die Gedanken.
Fädel sie ein und stecke sie auf.
Suche den Sinn, sehe die Formen.
Schwarz.
Ich schlafe.
Grau.

Blaue Welt

Blaue Welt

Du bist die blaue Kugel.
Die sich unaufhörlich dreht.
Mit der Zeit im Takt.
Bist unser aller Held.
Danke blaue Welt.

Wir nehmen dich aus.
Fügen dir tiefe Wunden zu.
Berauben dich deiner Schätze.
Geben dir so wenig zurück.
Wofür das alles, für Geld.
Danke blaue Welt.

Du bist einzigartig, für mich.
Auch wenn man sagt.
Es gäbe mehr solcher Kugeln.
Im nicht vorstellbaren Raum.
Weit hinter deinem Horizont.
Hoch oben am Himmelszelt.
Danke blaue Welt.

Du schenkst mir eine Heimat.
Einen Kontinent und einen Ozean.
Gar einen ganzen Planeten.
Ich würde gern alles von dir sehen.
Doch du bist so groß und weit.
Zu zweit mit deinem Mond.
Der uns die deine Nacht erhellt.
Danke blaue Welt.

Auf dir gibt es Wunder, kleine und große.
Doch du bist das größte Wunder.
Deine Ozeane tief wie das Blau.
Lebewesen, unzählige, unvorstellbar.
Wir jagen sie, töten sie, Stille.
Die Menschlichkeit verfällt.
Entschuldige blaue Welt.

Wir werden uns bessern.
Deine blauen Ozeane schützen.
Dich nicht mehr berauben.
Und deine Wunden heilen.
Weil du uns jeden Moment zeigst.
Das es auch anders geht.
Danke das ich auf dir leben darf.
Ich deine Ozeane lieben darf.
Und jeden Tag die Farben sehen kann.
Die nur du im schwarzen um dich rum.
Zum leuchten bringst.

Danke Welt.

Ein Bild

Ein Bild

Unser Anfang war nicht groß.
Nur ein paar Zentimeter.
Ein paar Farben, weißer Rand.

Mehr gab es nicht, mehr wollt‘ ich nicht.
Nur diese Farben, dieses Lachen.

Ich wünscht es mir, so sehr.
Wochen vergingen, Tage, Minuten.
Mein Wunsch wurde größer.
Größer und größer.

Das Bild hatte einen Namen.
Nur ein Wort, Dein Name.
Stand er auch nirgends geschrieben.
Er war immer da, in mir.

Gedanken überschlugen sich.
Mit einem Bild von Dir.
war jeder Tag ein bisschen schöner.
Jedes Gefühl so groß, gefühlvoller.

Doch ich vermochte es nicht zu hoffen.
Ich kenne Dein Bild, aber kennst Du mich.
Nein, nicht einmal meinen Namen.

Ich fühle etwas; glaube ich.
Ich liebe Dich, aber ich kenne Dich nicht.
Oder liebe ich ein Bild, Deine Farben auf Papier?

Ich weiß es nicht, aber es macht glücklich.
Dein Lachen zu hören; ich stell’s mir vor.
Sehe Deine Haare, im Wind.
Wie sich kleine Schneeflocken darin verfangen.

Noch immer, kenne ich Dich nicht.
Aber ich wünsche es mir.
Jeden Moment meines Lebens.

Ist es falsch, diese Lippen küssen zu wollen?
Über das warme Gesicht streichen zu wollen?
Vielleicht ist es falsch, Dich wundervoll zu nennen?
Ja vielleicht ist es sogar falsch Dich zu lieben?

Es ist nur ein Bild, es war nur ein Bild.
Heute malst Du jeden Tag ein Bild.
Es wird immer größer und größer.
so wie mein Wunsch.

Du malst bedingungslos, voller Liebe.
mit allen Farben die Du kennst.
Mit jedem Kuss, den Du mir schenkst,
malst Du unser Bild weiter.

Ja, vielleicht war es falsch ein Bild zu lieben!
Es waren Tage, Wochen die verstrichen…
in denen ich Dich schon hätte lieben können.
Und nicht ein Bild, ein Bild von Dir.

Ich hoffe Du hörst niemals auf zu malen.

Corinna.

September

September

Der neue Monat bricht heran,
der September fängt nun an.
Ein dunkler und verregneter,
Monat nun zu Ende geht,
der August nun vor dem Sterben steht.
Die Bäume nun ihr Blätterkleid verlieren,
die Menschen durch den Wald spazieren,
durch tote Blätterhaufen gehen.
Die grüne, monotone Welt, sie faucht,
in eine farbenfrohe, bunte Zeit eintaucht.
Die Blätter melancholisch schimmern,
windig, kalt der Luftzug durch die Bäume flieht,
unzählig viele Blätter mit sich zieht,
bis auch der letzte Baum alleine ist,
kein Blatt mehr an ihm ist, die Krone leer,
die Welt verziert mit einem Blättermeer.
Wenn bald die Tage enden spät,
und der grelle Morgen dunkel scheint,
dann auch die Herbstzeit um die Farben weint.
Die farbenfrohe, bunte Zeit nun braun sich kleidet.
In unseren Herzen schon die Trauer brennt.
Das ist der Monat gar, der sich September nennt.

Still und leise

Still und leise

Einem Menschen gewdimet, welcher leider viel zu früh diese Welt verlassen musste

Leere, nichts als wirre Gedanken.
Ich höre das Ticken der Uhr.
Still und leise,
schleicht der Zeiger auf die Sieben.
Meine Gedanken liegen,
still und leise,
sanft gebettet.
Auf meinem Kopfkissen,
drei einzelne Gedanken.
Still und leise,
meine Gedanken,
fallen aus meinem Kopf.
Mein Körper leer, meine Gedanken,
ganz weit weg von mir.
Still und leise,
buddel ich mich tiefer in die Leere.
Bis das weiße Nichts,
still und leise,
mich umgibt.
Die Zeit vergessen, wirkt wie angehalten.
Immer mehr Gedanken fallen aus mir,
still und leise.
Bunte Farben, Tränen.
Still und leise,
tickt das Uhrwerk immer lauter.
Noch läuft die Zeit, noch läuft die Zeit,
ganz still und leise.

Ich wache auf.
Leere.
Nur ein Traum?
Still und leise.
Das Ticken der Uhr,
es hämmert in meinem Ohr.
Still und leise,
mir wird klar,
meine Gedanken fallen aus mir.
Still und leise,
liege ich in meinem Bett.
Zähle die Sekunden, die Gedanken.
Still und leise.
Ich schlafe ein.
Verklungen auch der Ton,
still und leise,
monoton,
die Uhr nun,
still und leise,
steht.

Windende

Windende

Heftig peitscht der Wind durch meine Seele.
Mein blattloses Gerippe.
Ich friere.

Die Weide brennt.
Ein Eimer blau verkippt.
Mein Puzzle zerschlagen.

Am Ende des Windes.
Blutet der Himmel.
Nebel über meinem Leib.

Es wird dunkel; es wird hell.
Mehr und mehr Puzzleteile fallen zu Boden.
Zerbrechen.

Meine Seele verbrennt.
Am Ende des Windes.
Zerrinnt meine Seele.

Mein letztes Puzzleteil.
Ich kann es nicht halten.
Es zerspringt

Ein neues Puzzle aus Scherben!

Das beste Gefühl

Das beste Gefühl

Ich bin allein, kilometerweit.
Allein mit meinen Gedanken.
Mein Blick auf die Straße.
Nach vorn, immer weiter, schneller.
Wolken hängen schwer, helle Tropfen.
Rauschen an mir vorbei.
Im Kegel des Scheinwerferlichts.
Der Himmel tiefblau, über mir.
Meine Hand spürt den Wind.
Der zwischen meinen Fingern weht.
Ich drehe sie auf, so laut es geht.
Mein Lied, mein Beat im Radio.
Spüre die Schallwellen.
Auf meiner warmen Haut.
Fahre durch die Nacht.
Den Blitzen entgegen.
Meine Gedanken sind endlos.
Endlich frei, ziehen fort.
Der Wind entreißt sie meinem Kopf.
Plötzlich rotes Licht.
Ich komme zum stehen.
Höre wie der Regen auf Metall peitscht.
Jeden einzelnen Ton.
Sehe jeden Tropfen.
Das Blech zittert.
Tiefes Gefühl, Ruhe.
Ein Rinnsal auf der Scheibe.
Ich schaue ihm nach bis unten.
Freude, Anspannung, gelb.
Regen, Blitz, Donner.
Der Motor heult auf.
Ich zähle die Sekunden.
Die Räder drehen durch.
Grün, Leben!