Schlagwort: Lyrik

Der tiefe Riss

Der tiefe Riss

Woher kommt der Ton, der hell in meinem Ohr vibriert?
Höre ich die einzelnen Tropfen des Regens.
Wie sie zusammen auf die Blätter eines Baumes fallen?
Windet sich geschmolzenes Eis durch kleine Löcher.
bis sie die Höhlendecke hinab fallen?
Vor meinen Füßen landen und platzen.
Vibriert in meinem Ohr der Ton der Gefahr.
Ist es das knistern eines lodernd Feuers.
oder doch nur der samtweiße Schnee.
in den ich langsam sinke?
Gefriert Raufreif leise auf meiner Haut.
und ziert mich mit Blumen aus Eis?
Höre ich das weit entfernte Meer.
wie seine Wellen sanft am Ufer brechen?
Es fühlt sich an wie Lava.
Lautlos schiebt sie sich durchs Tal.
und erstarrt knisternd zu schwarzen Kissen.
Zerreißt es mich jetzt, wie die Erde unter mir.
Auch ein langer Riss wird klein geboren.
Kleine Risse knistern sich zusammen.
Ein tiefer Riss in meinem Herz.
Sehnsucht und Träume brechen sie auf.
Meine menschliche Hülle.

Nachtwinter

Nachtwinter

Kalter Wind stört meinen Schlaf.
Meine Gedanken zwingen mich zu denken.
Die dunkle Nacht vertrieb den Tag.
Und unter weißem Schnee bedeckt.
Lebt leise weiter diese graue Welt.
Ich erinner‘ mich an bunte Farben.
An einen Sonnenstrahl, ein Lachen.
Durch die Nacht hallt laut ein Ton.
Meine Tränen frieren leise ein.
Zerbrechen sanft, ich schlafe ein.
Wieder male ich ein Bild in mir.
Das bunte Bild, es ist so kalt.
Auf der Leinwand dunkelblaue Farbe.
Alt und rissig ist das Bild.
Die Farben schon vertrocknet.
Und steht die Zeit auch niemals still.
Ich denke gerne an die alte Zeit.
Tonlos lebt die Zeit in mir.
Wo ist das Kind das lacht?
Mit bunten Farben spielt.
Wo nur ist diese bunte Zeit?
Ein warmer, grauer Sonnenstrahl.
schimmert grell durchs Fenster.
Der alte Staub vergangener Zeit.
Ich schaue durch mein Fenster.
Hinaus auf diese bunte Welt.
Noch weiter raus aufs grau.

Windende

Windende

Heftig peitscht der Wind durch meine Seele.
Mein blattloses Gerippe.
Ich friere.

Die Weide brennt.
Ein Eimer blau verkippt.
Mein Puzzle zerschlagen.

Am Ende des Windes.
Blutet der Himmel.
Nebel über meinem Leib.

Es wird dunkel; es wird hell.
Mehr und mehr Puzzleteile fallen zu Boden.
Zerbrechen.

Meine Seele verbrennt.
Am Ende des Windes.
Zerrinnt meine Seele.

Mein letztes Puzzleteil.
Ich kann es nicht halten.
Es zerspringt

Ein neues Puzzle aus Scherben!

Lebensfülle(r)

Lebensfülle(r)

Du langweilst dich.
Bist ganz allein.
Auch wenn du nicht alleine bist.
Vielleicht liegst du oben oder unten.
Manchmal auch daneben.
Du kannst es nicht bestimmen.
Nichtmal erzwingen.
Dann sprudelt es aus dir heraus.
Du hast keine Zeit zu denken.
Du schreibst und schreibst.
Verschwendest deine Tinte.
Dann schmeißt man es weg.
Das Blatt auf dem du schreibst.
Dann wirft man dich zurück.
In eine Ecke und vergisst dich.
Du bist allein, frierst, fühlst dich leer.
Jemand schüttelt dich.
Komm doch zur Vernunft.
Los schreib.
Doch vergebens…
Deine Lebenstinte ist verbraucht.

Meer Flut bei Ebbe

Meer Flut bei Ebbe

Du kannst es Dir jetzt auch anhören 🙂

Sanft peitscht der Wind der rauen See, auf Deine Haut
Auf einem großen Felsen, stehst Du fest im Meer
In meinem Meer aus Liebe, eine Welle voll Gefühl
Der Felsen fest verankert auf dem Grund des Meeres
Mit schweren Ketten, rostig braun; glänzen weiß
Dein weißes Tuch es weht im Wind, salzig ist die Luft
Legt sich rau und blass auf Deine weiche Haut
Der Mond am Horizont, das Meer ist schwarz
Am Meeresgrund verschwunden tauchen Tränen auf
Ein beben tief im Meer, der Felsen bricht in zwei
Meer und Meer Wellen, meine Gefühle zerschellen
Die Luft schmeckt bitter, es wird kalt
Wo ist des Felsens sicherer halt, Rost
Die Kette bricht, peitscht in das Meer
Zerschlägt das dünne Eis wie Glas
Das Meer, es türmt sich auf
Dein schwarzes Haar, dunkel, schimmert
Voller Perlen aus Salz, weht es im Sturm
Über Dir der Himmel bricht, die Wolken fallen
Bitterer Regen trocknet Deine Tränen
Ebbe und Flut, das Meer es tanzt, es bebt, es lebt
Tausend Fische springen, fallen aus dem Meer
Im Glanz der Sterne schimmert Salz auf Deiner Haut
Leise fällt ein Stern ins Meer
Meer sein, Meer fühlen, Meer Leben

Kopfstaben im Schlaf

Kopfstaben im Schlaf

Diese innerliche Stille wird immer lauter.
Kann vor lauter Leere nicht denken.
Es quetscht mich zusammen.
Während alles aus mir herausbricht.
Hat sich alphabetisch aufgetürmt.
Bis einer an dem A gezogen hat.
Alles brach in sich zusammen.
Unten türmte sich die Wahrheit auf.
Ein Haufen wirrer Zeichen ohne Punkt.
Kein Anfang und kein Ende.
Es fällt immer weiter, immer mehr.
Ich kann es kaum noch sehen.
Niemand kann es sehen.
Es passiert in dir, in mir tief drin.
Immer und wieder immer wieder und.
So stapeln sich Wörter und Sätze.
Ohne Verstand und Sinn.
Fragen platzen über mir.
Wann hört das auf, was soll das alles sein.
Ich will mich nur befreien.
Wieder fällt mir etwas aus dem Kopf.
Ich halt es fest, wo ist es nur?
Wach.
Ruhe.