Schlagwort: Tränen

Sturm der Schmetterlinge

Sturm der Schmetterlinge

Keiner der beiden, wusste um den anderen.
Immer in den neuen Tag hinein, flogen beide froh des Lebens, ihres Weges.
Doch einst trafen sich die Herzen.
Ihre Flügel strichen sanft einander.
Zusammen ist die Wiese größer, der Himmel blauer, schmeckt der Nektar süßer.
Doch im gemachten Nest, gewiss gefiel es beiden, war kein Platz.
Die Flügel rieben aneinander, raubten mal dem einen, mal dem anderen die Sicht.
Ein jeder Tag schuf neue Gitterstäbe, in dem Käfig den sie gar ihr eigen nannten.
Sie schlugen immer wilder mit den Flügeln.
Immer in der Hoffnung zu entkommen.
Doch mit weit gespreizten Flügeln, vermochte es keiner der beiden, zwischen zwei Stäben hindurch zu fliegen.
So schlugen sie immer wilder mit den Flügeln.
Bis letztendlich einer nicht mehr konnte; nachgab.
Die Flügel reglos, müde; fiel er durch die Gitterstäbe.
Im Käfig lebend, tobten einsam weiter die zwei Flügel.
Der andere erschöpft, des Lebens nicht mehr froh, lag er am Boden.
Unbemerkt vom Sturm der aus dem Käfig drang.
Die Flügel wund, zerschunden.
Dabei hätte stillstand so viel mehr erreichen können.
Die Flügel mit dem Wind zu schlagen, nicht gegen ihn.
Gemeinsam fliegen in die selbe Richtung.

Jemand

Jemand

Draußen ist es kalt, in der Wohnung warm. Ich fühle mich einsam. Ich liege in meinem Bett; zwei Uhr dreizehn, starre an die Zimmerdecke – Weiß. Leer. Die Zeit hält mich am Leben. Gedanken kreisen in meinem Kopf, immer in dieselbe Richtung. Ich starre aus dem Fenster, auf die leeren Straßen, ziehen sich durch mein Leben. Leblos fällt mein Körper in sich zusammen. Alle fünf Sekunden, fällt ein Wassertropfen in die Spüle aus Metall. Zwei Minuten verstreichen, vierundzwanzig Wassertropfen fielen, nichts passierte. Monotoner Alltag. Ich stehe auf und bewege mich langsam durch die Wohnung. Jedes Zimmer leer. Auf dem Tisch im Wohnzimmer, steht in der Mitte eine Tasse, der Kaffee darin abgestanden. Warum bin ich einsam, frage ich mich? Ich werde doch geliebt – oder? Ich werde doch von irgendjemandem geliebt – oder? Wer ist dieser jemand der mich liebt? Warum tut mir dieser jemand weh? Ich starre auf die weiße Wand. Ich fühle mich leer, leer und einsam. Wer ist dieser jemand auf dem Foto, das an der Wand hängt? Er ist mir vertraut, ich habe Angst, ich kenne diesen jemand nicht. Die Zeit verstreicht, immer mehr Erinnerungen werden wach, klettern an meinen Gefühlen hoch und stürzen ab. Wieder und wieder, diese Stimmen im Kopf, sie quälen mich, zerdrücken mich, sie fressen mich auf, diese leeren Worte. Jedes Wort eine Lüge, jeder Blick gemalt. Ich sehe diesen jemand. In Gedanken. Ich schreie „jemand“, so laut ich kann. Verzweifelt suche ich zuflucht. Ich lebe, ich liebe Dich, ich vertraue Dir. Du bleibst stumm. Warum tust Du das?