Schlagwort: Träume

Nimm mich mit

Nimm mich mit

Mein Blick schweift ab, endlich.
Drückt sich immer tiefer in meinen Kopf.
Zeichnet sich unscharf in mir ab.
Nimm es, nimm mich mit, bitte.
Schreie ich in mich hinein.
Wie tief bist du, wie weit reicht deine Kraft.
Heute bist du sandfarbend.
Schon bald bist du gänzlich fort.
Doch jetzt, jetzt kommst du wieder.
Ich lausche dir, wie eine Symphonie.
Kringeln sich deine Wellen in mein Ohr.
Auf manchen Tönen weißer Schaum.
Beruhigend deine Unruhe, du tobst.
Nimm mich mit, zeig mir die Welt.
Barfuss gebe ich mich dir hin.
Ich spüre dich, die kälte deiner Wut.
Unter mir dein Sand, klebrig fein.
Bohrt sich durch meine Haut.
Wind peitscht auf meine nackte Haut.
Nimm mich endlich mit.
Hörst du mich, ich schreie es hinaus.
Doch niemand hört es, nichtmal du.
Bist längst weit fort, wie ist es dort?
Ich werde warten, sechs Stunden.
Bis du wiederkehrst.
Deine tosenden Wellen mich packen.
Und…

Ein Bild

Ein Bild

Unser Anfang war nicht groß.
Nur ein paar Zentimeter.
Ein paar Farben, weißer Rand.

Mehr gab es nicht, mehr wollt‘ ich nicht.
Nur diese Farben, dieses Lachen.

Ich wünscht es mir, so sehr.
Wochen vergingen, Tage, Minuten.
Mein Wunsch wurde größer.
Größer und größer.

Das Bild hatte einen Namen.
Nur ein Wort, Dein Name.
Stand er auch nirgends geschrieben.
Er war immer da, in mir.

Gedanken überschlugen sich.
Mit einem Bild von Dir.
war jeder Tag ein bisschen schöner.
Jedes Gefühl so groß, gefühlvoller.

Doch ich vermochte es nicht zu hoffen.
Ich kenne Dein Bild, aber kennst Du mich.
Nein, nicht einmal meinen Namen.

Ich fühle etwas; glaube ich.
Ich liebe Dich, aber ich kenne Dich nicht.
Oder liebe ich ein Bild, Deine Farben auf Papier?

Ich weiß es nicht, aber es macht glücklich.
Dein Lachen zu hören; ich stell’s mir vor.
Sehe Deine Haare, im Wind.
Wie sich kleine Schneeflocken darin verfangen.

Noch immer, kenne ich Dich nicht.
Aber ich wünsche es mir.
Jeden Moment meines Lebens.

Ist es falsch, diese Lippen küssen zu wollen?
Über das warme Gesicht streichen zu wollen?
Vielleicht ist es falsch, Dich wundervoll zu nennen?
Ja vielleicht ist es sogar falsch Dich zu lieben?

Es ist nur ein Bild, es war nur ein Bild.
Heute malst Du jeden Tag ein Bild.
Es wird immer größer und größer.
so wie mein Wunsch.

Du malst bedingungslos, voller Liebe.
mit allen Farben die Du kennst.
Mit jedem Kuss, den Du mir schenkst,
malst Du unser Bild weiter.

Ja, vielleicht war es falsch ein Bild zu lieben!
Es waren Tage, Wochen die verstrichen…
in denen ich Dich schon hätte lieben können.
Und nicht ein Bild, ein Bild von Dir.

Ich hoffe Du hörst niemals auf zu malen.

Corinna.

Ferne Welt

Ferne Welt

Du kannst es Dir jetzt auch anhören 🙂

Niemals, nicht mal im Traume.
So fern das Land, nach dem ich mich sehne.
Wann, wann nur werde ich es sehen.
Mit eigenen Augen erleben.
Wie riecht es, wie fühlt es sich an.
Eine Nacht an einem nie schlafenden Ort.
Menschen, wohin man auch sieht.
Nachts kaum dunkler als am Tage.
Alles so vertraut anders, unberührt.
Völlig neu und doch Jahrhunderte alt.
Kein Baum, kein Tier, nichts ist wie hier.
Ich muss, ich will dorthin, jetzt.
Hunderte, Tausende Gedanken, Kilometer.
Trennen mich und dieses ferne Land.
Die Menschen sonderbar, bewundernswert.
Das Leben hat kaum Raum, kein Platz.
Doch nirgends tobt mehr Leben.
Gozen, gogo, yoruosoku.
Zu jeder Zeit, an jedem Ort.
Regeln überall, geregeltes Leben.
Auf die Sekunde genau, Ruhe.
Dann ist es soweit, zuweit, zu Zweit.
Sake, in jedem Glas und Mund.
Durch Nacht und Blüten zieht ein Fest.
Lieben, Lachen, Menschlichkeit.
Ein jener Fluss sich zugedeckt.
Mit einem Kleid aus kleinen Blüten.
Nigashita sakana wa ōkii.
Weißes Mondlicht, schimmert rosa.
Für den großen und den kleinen Fisch.
Noch ferner als das Land ist nur mein Wunsch.
In tiefe Höhen will ich laufen, bis zum Rand.
Die Erde bebt, ich stehe fest und weile.
arigatou gozaimasu – Danke für den Traum.
Ein jedes Leben trachtet nur nach einem Wunsch.
Meines sehnt sich nur nach dir.
Es ist nicht nur ein Land, eher eine Liebe.
Japan.