Schlagwort: Traurig

Sturm der Schmetterlinge

Sturm der Schmetterlinge

Keiner der beiden, wusste um den anderen.
Immer in den neuen Tag hinein, flogen beide froh des Lebens, ihres Weges.
Doch einst trafen sich die Herzen.
Ihre Flügel strichen sanft einander.
Zusammen ist die Wiese größer, der Himmel blauer, schmeckt der Nektar süßer.
Doch im gemachten Nest, gewiss gefiel es beiden, war kein Platz.
Die Flügel rieben aneinander, raubten mal dem einen, mal dem anderen die Sicht.
Ein jeder Tag schuf neue Gitterstäbe, in dem Käfig den sie gar ihr eigen nannten.
Sie schlugen immer wilder mit den Flügeln.
Immer in der Hoffnung zu entkommen.
Doch mit weit gespreizten Flügeln, vermochte es keiner der beiden, zwischen zwei Stäben hindurch zu fliegen.
So schlugen sie immer wilder mit den Flügeln.
Bis letztendlich einer nicht mehr konnte; nachgab.
Die Flügel reglos, müde; fiel er durch die Gitterstäbe.
Im Käfig lebend, tobten einsam weiter die zwei Flügel.
Der andere erschöpft, des Lebens nicht mehr froh, lag er am Boden.
Unbemerkt vom Sturm der aus dem Käfig drang.
Die Flügel wund, zerschunden.
Dabei hätte stillstand so viel mehr erreichen können.
Die Flügel mit dem Wind zu schlagen, nicht gegen ihn.
Gemeinsam fliegen in die selbe Richtung.

Herbstmeer

Herbstmeer

Bunte Tränen liegen in der Welt,
fliegen durch die Luft,
die Welt wird trüb.
Ich falle in ein Meer,
ohne Farben, trüb und kalt.

Wenn eine bunte Träne fällt,
dann fang sie auf,
die Welt taucht in ein Blättermeer.
Schon lange her, dass ich Dein Lachen sah,
nicht mehr lang, ich geb Dich nicht mehr her.
Wo ist der Sinn in meinen Tagen; ohne Dich?
Du bist der Sturm der durch mein Leben weht.
Ich fang Dich, küss Dich, liebe Dich.

Wenn es draußen friert,
die bunten Tränen brechen.
Wenn Dein Lachen fehlt,
ich an Dich denke und vor mir
wieder eine Träne,
in hundert graue Scherben bricht.

Der Himmel scheint aus Eis,
blau wie das Meer; grau.
Stell es Dir vor,
ein buntes Blättermeer.
Ein Meer in dem wir fühlen,
spüren, lieben.

Mit jeder Flut lieb ich Dich mehr,
bei Ebbe schreit mein Herz nach Dir.

Die Blätter werden grau.
Ein kalter Morgen,
ein warmer Gedanke an Dich.
Regen peitscht auf meine Haut.
Der kalte Wind treibt mich voran,
zu Dir, in Deine Arme.

Ich laufe durch die Welt, alleine.
Alles scheint wertlos, ohne Dich.
Die Tage trüb, die Nächte kalt und einsam.
Im grauen Nebel mal ich Dein Gesicht.
Der Herbst ist unsere Zeit,
Wir sind der Herbst.

Ein aufgewühltes Meer aus Buchstaben.
Es sind so viele; Momente.
Alles was ich Dir noch sagen möchte.
Die Flut spült Buchstaben an Land.
Langsam versinken sie im Sand.

Für die Ewigkeit, ich liebe Dich.
Ich schreie Deinen Namen,
voller Sehnsucht, und schau ihm nach.
Ein Buchstabe fällt ins Meer.

Ich schreibe in den Sand,
doch die Flut holt es sich wieder.
Ich muss zu Dir, ich renne ins Meer,
geradeaus zu Dir, ein Meer voller Sehnsucht.
Wo sind all die Farben hin?

In meinem Meer aus Buchstaben,
suche ich den Weg zu Dir.
Renne durch den Herbst,
durch all die bunten Blätter.
Bis ich bei Dir bin.
Du mich in Deine Arme schließt,
ich Deine Wärme fühle.

Wenn ich Dich halte,
liebe und Dein Lachen seh,
steht die Zeit still.
Ruhe kehrt ein.

Langsam welken Blätter,
werden braun und alt.
Bis sie vertrocknet sind.

Doch zwischen all dem braun,
liegt schimmernd, nicht verwelkt,
ein rotes Blatt.

Auch wenn wir uns nicht sehen,
schau auf das Blatt,
ich bin bei Dir; immer.

Auch wenn wir uns nicht hören,
schau auf das Blatt,
hörst Du mich, ich liebe Dich!

Einsam unter Menschen

Einsam unter Menschen

Du kannst es Dir jetzt auch anhören 🙂

Man kennt mich hier und dort.
Nur selten zieh ich fort von jenem Ort.

Auch kenne ich welche hier und da.
Doch einsam streicht die Zeit ins Jahr.

Zwei Menschen treffen sich.
Drei Menschen trennen sich.

Stund um Tag vergeht das Leben.
Suche ich den Sinn, das Ziel, das Ende.
Doch vergebens, es kann mir keiner geben.
Wer und wann bringt mir die Wende?

Am Himmel wird es hell und dunkel.
Immer wieder – folgt dem Takt.
Der tief im Innern unserer Erde schlägt.
In dieser Kugel aus Metall und Stein.
Verborgen unter einer Flüssigkeit.

Darauf, darin, darunter leben wir.
Einsam aneinander vorbei.

Und zugleich umgeben von allen.
Jeder wie der andere ist.
Völlig gleich verschieden.

Kennen wir uns alle oder nicht.
Erkennen wir uns ohne Licht?

Was war, was ist, was wird es werden?
Alle nennen es gerne Zukunft.
Stille – kommt doch zur Vernunft.

Das Ziel ist unser Ende, dahin geht die Reise.
Wir bleiben nicht, wir gehen leise.

Punkt.

Buntes Band

Buntes Band

Dieses tiefe Gefühl der Geborgenheit,
das Lachen der Menschen zu sehen die man liebt,
ihre Gefühle zu fühlen und sie aufzufangen,
wenn sie fallen und ihnen zu zeigen,
wie wertvoll sie sind, das ist das bunte Band.
Niemand durchtrennt dieses bunte Band,
was umgeben von grauer Leere, welche die Farben trübt,
das Gefühl einer Familie aufrechthält.
Nichts auf dieser Welt, in der Welt,
die ich mir selbst geschaffen,
aufgebaut auf Gefühlen und Erinnerungen,
ist stark genug, das Band zu durchtrennen.

Doch dieses Gefühl das niemals zu hören ist,
und doch im Kopf hämmert und schmerzt,
als wäre es der lauteste Ton,
bringt dieses Band zum schwingen.
Und wenn die Fassade zerbricht,
langsam zerbröckelt und Vergangenheit,
die Gegenwart umhüllt, das bunte Band zu reißen droht,
dann halte ich es mit meinen Händen zusammen.
Niemand durchtrennt dieses bunte Band,
es ist meine Familie, bunt wie das Leben,
Und wenn hundert Tränen mich zu Fall bringen,
steh ich für nur eine Träne wieder auf,
und trockne sie, selbst wenn diese Träne rot ist.
In dem bunten Band steht es geschrieben,
wie ein Schwur, dass niemand jemals dieses Band durchtrennt.

Und wenn wir alle einen Teil vom bunten Band,
mit unseren bloßen, nackten Händen,
bis auch die letzte Träne getrocknet ist,
zusammenhalten, wie wir alles zusammen,
was uns das Leben in den Weg wirft,
bis zum letzten Augenblick durchstehen,
dann werden wir das Gefühl in uns spüren,
dass wir fühlten, als wir noch nicht auf dieser Welt waren,
geborgen und geschützt, ganz tief und unversehrt,
in jenem Menschen, der uns dieses wunderbare,
und manchmal auch unverständliche Leben schenkte.
Niemand durchtrennt das bunte Band.

Tief in mir

Tief in mir

Es ist in mir, tief in meinem Kopf.
Als würde es leben, wie ein Wesen.
Aber ich kann es nicht fangen.
So liebevoll und ehrlich.
Und doch ist es kühl und allein.
Diese unerreichbare Schönheit.
Es ist klein aber unendlich stark.
Ich werde dir nie gehören.
Es braucht niemanden zum Leben.
Leider wirst du mir auch nie gehören.
Seit Jahren bist du unerreicht.
Das wirst du auf ewig bleiben.
Als würde uns etwas verbinden.
Ziehen uns an und stoßen uns ab.
In jeder Sekunde unseres Daseins.
Wir sind uns so nah.
Können wir ferner je sein?
Waren es immer und waren schon näher.
Ein Kuss, ein Blick, kein Wort.
Bist du mein nie endender Traum?
Werde ich dich jemals berühren?
Ich kann es sehen, das Feuer in dir.
Du bist kühl und doch ich würde brennen.
Ich will brennen, damit es aufhört.
Wie viele Zeilen schrieb ich dir schon?
So viele wie Gedanken in mir sind.
Jeder Gedanke dreht sich nur um dich.
Was kennst du von mir?
Nur soviel wie ich von dir kenne.
Alles würde sich ändern.
Würdest du es wissen.
So schweige ich.
Bis ich brenne.